Corona lässt Arbeitsmarkt für Spezialisten einbrechen

Der 2015 aufgelegte Hays-Fachkräfte-Index ist im zweiten Quartal 2020 auf seinen bislang tiefsten Stand gefallen. Am stärksten betroffen sind Professionals in den Bereichen Finance sowie Sales und Marketing.

Bis zu drei Jahre wird es dauern, bis sich der deutsche Arbeitsmarkt von der Corona-Krise erholt hat, schätzt die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg. Die Auswirkungen der Pandemie sind mittlerweile an vielen Stellen sichtbar – auch beim Hays-Fachkräfte-Index für das zweite Quartal 2020. Der im Jahr 2015 aufgelegte Index, für den quartalsweise Stellenanzeigen der meistfrequentierten Online-Jobbörsen, der Tageszeitungen und des Business-Netzwerks XING ausgewertet werden, fiel in diesem Zeitraum um 40 auf 95 Indexpunkte und damit auf seinen bislang tiefsten Stand. Seit Beginn der Auswertung wurden laut Hays noch nie so wenige offene Positionen ausgeschrieben wie im April, Mai und Juni 2020, und noch nie verzeichnete der Index derart gravierende Veränderungen bei der Suche nach neuem Personal.
Dem Index zufolge sind vor allem Experten für Finance sowie für Sales und Marketing von der gesunkenen Nachfrage betroffen – mit einem Minus von 46 beziehungsweise 49 Indexpunkten. Deutlich weniger offene Positionen gab es demnach besonders für Finanzbuchhalter, Compliance Manager und Tax Manager, außerdem für Social-Media-Spezialisten und Content Manager.

Auch in den technischen Disziplinen verzeichnet der Hays-Fachkräfte-Index Einbrüche. Die Nachfrage nach Ingenieuren und IT-Spezialisten hat sich demnach um 32 beziehungsweise 39 Punkte verschlechtert. Besonders stark gesunken ist die Zahl der Stellenausschreibungen für Entwicklungsingenieure im Bereich Automotive und Antriebstechnik. Die Corona-Pandemie gilt hier jedoch nicht als wichtigste Ursache, statt dessen seien die vielfältigen Probleme der Automobilbranche der eigentliche Grund für die rückläufige Nachfrage. Häufiger gesucht als im Vorquartal mit einem Plus von 10 beziehungsweise 20 Punkten wurden laut Index lediglich Mitarbeiter für klinische Forschung sowie Medical Advisor.

Bei den ausschreibenden Branchen weist der Index ebenfalls Unterschiede auf. Nahezu unverändert ist demnach die Zahl der Stellenausschreibungen im öffentlichen Dienst. Eine gering gesunkene Nachfrage verzeichnet der Index bei Personaldienstleistern, bei freiberuflichen Dienstleistern für Unternehmen und im verarbeitenden Gewerbe. Einen besonders drastischen Rückgang gab es hingegen in den IT-Branche, bei Versicherungen und im Handel.


Erstellt von (Name) E.R. am 29.07.2020
Geändert: 19.04.2021 10:29:30
Autor:  Petra Hannen
Quelle:  Hays
Bild:  Bildagentur PantherMedia / Dmitriy Shironosov
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