Der ICV Controlling Excellence Award 2020 geht an BASF

Siegerlösung zu einem „hot topic“ im Controlling: Forecasts

Der ICV Controlling Excellence Award 2020 geht an BASF mit dem Projekt: „Predictive Analytics approach for financial forecasting on Operating Division level called PACE – Predictive Analytics Estimate“. Mit der Siegerarbeit wird ein aktuelles Spitzenthema im Controlling – Forecasts – behandelt.

Eingereicht wurden in diesem Jahr Bewerbungen zum einem breiten Spektrum, wobei ein Schwerpunkt bei Lösungen im Zusammenhang mit der Digitalisierung lag. Für den Award nominiert waren BASF sowie A1 Telekom Austria und Diginet GmbH & Co. KG. 

Das Preisträger-Projekt der BASF behandelt ein „hot topic“ im Controlling, so der Jury-Vorsitzende 2020, Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Weber, WHU – Otto Beisheim School of Management, Vallendar. „Forecasts spielen – und das auch schon vor der Pandemie – eine immer wichtigere Rolle in der Steuerung der Unternehmen – und verursachen im Controlling einen ganz erheblichen Aufwand. Insofern liegt es nahe zu versuchen, die Möglichkeiten der Digitalisierung zu nutzen.“ BASF habe es geschafft, den Forecast auf Group Level ganz zu automatisieren, und das bei einer Forecast-Genauigkeit, die mindestens genauso gut ist wie die manueller Forecasts. Die hohe Geschwindigkeit und der Einsparungseffekt beim Personal mussten also nicht mit Qualitätsnachteilen erkauft werden. PACE wurde allein mit Bordmitteln erstellt; ein gesondertes Budget war nicht erforderlich. Nach ca. drei Jahren Erfahrung ist damit ein neuer Standardprozess etabliert. Kaum ein anderes Unternehmen kann dies aktuell für sich behaupten. Auch in dieser Hinsicht ist die Bewerbung der BASF vorbildhaft.“

Das Projekt der A1 Telekom Austria AG trägt den Titel, „Working Capital Management – Agile Methoden im Finanzbereich“. Dabei geht es um die Identifikation erforderlicher Maßnahmen zur Verbesserung des Working Capitals und der Lagerhaltung. Was die Bewerbung laut Jury letztlich preiswürdig gemacht hat, ist das agile Vorgehen im Projekt. SCRUM und Design Thinking waren auch für diese Fragestellung geeignete Instrumente. Das Projekt fand unter starker Beteiligung der Controller statt, schon in der Initiierung, aber auch in der Umsetzung: „Es hat nicht nur zum gewünschten Projekterfolg geführt, sondern auch die Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen verbessert. Damit kann es als ein Muster für weitere Projekte im Finanzbereich verwendet werden. Wer im Controlling noch keine Erfahrung mit agilen Techniken gemacht hat, sollte das möglichst bald tun!“, so der Jury-Vorsitzende.

Das Projekt der Diginet GmbH & Co. KG (bekannt unter dem Markennamen Pixum) ist mit: „Vision Team 42 – zukunftsfähiges Controlling und Modern Data Solutions aus einer Hand“ überschrieben. Ziel war es, im Konzern mit heterogener Steuerungslandschaft die Prozesse möglichst weitgehend zu standardisieren und zu vereinheitlichen, auch, um damit die Möglichkeit zu schaffen, ein intensives Benchmarking zu betreiben. Dazu waren eine grundlegende Neuaufstellung des Controlling-Bereichs ebenso erforderlich wie eine umfangreiche Systemveränderung und die Einführung neuer Data Science Lösungen. „Die Bereitschaft, alles Bestehende in Frage zu stellen, hat die Jury ebenso überzeugt wie der konsequente Neuaufbau des gesamten Steuerungssystems“, so Professor Weber.

Preis für „vorbildliche Controllerarbeit“


Alljährlich verleiht der ICV Internationaler Controller Verein den renommierten Preis für vorbildliche Controllerarbeit. 2020 gehörten der Jury an: Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Weber, Juryvorsitzender, WHU – Otto Beisheim School of Management, Vallendar, bis Mai 2020 Vors. des ICV-Kuratoriums; Jens Bieniek, CFO BLG Logistics Group AG & Co. KG, Mitglied im ICV-Kuratorium; Roland Iff, Geberit Schweiz, Leitung Konzernbereich Finanzen (CFO); Prof. Dr. Andreas Seufert, HS für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen, Leiter des ICV-Fachkreises BI/Big Data & Controlling; Prof. Dr. Ute Vanini, FH Kiel, Hochschule für Angewandte Wissenschaften. „Vorbildliche Controllerarbeit ist eine solche, die anderen Controllern Anstöße für eine konkrete Verbesserung ihres Controllings geben kann“, erklärt Jürgen Weber. „Zumeist sind die eingereichten Lösungen innovativ, zeigen neue Wege auf. Wichtig ist uns dabei die praktische Umsetzbarkeit und dass das Controlling dadurch effizienter oder effektiver geworden ist, und das nicht nur nach Meinung der Controller, sondern auch der Manager.“ 

Erneut hat der Jury in diesem Jahr ein breites Spektrum von Bewerbungen vorgelegen: von der Implementierung einer Produktivitätskennzahl bei einem mittelständischen Maschinenbauer über die Einrichtung eines Controlling-Campus in einem kommunalen Verkehrsunternehmen bis hin zur Neuausrichtung der Finanzfunktion in einem polnischen Konzern. „Das zeigt: Innovationen sind überall im Controlling möglich“, so Jürgen Weber. Zum Zeitpunkt der Bewerbungen habe es allerdings einen eindeutigen Schwerpunkt gegeben: die Digitalisierung. 

Der ICV Controlling Excellence Award 2020 konnte Corona-bedingt nicht wie gewohnt auf dem alljährlich stattfinden Münchner Congress der Controller verliehen werden. Das Votum der Jury und die vertonten, teils animierten Präsentationen der Preisträger sind nun auf der ICV-Website www.icv-controlling.com online.

Mit der virtuellen Preisverleihung ist eine Ära in der Geschichte des ICV Controlling Excellence Awards zu Ende gegangen. Von Beginn an im Jahr 2003 hatte Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Weber als Jury-Vorsitzender die Entwicklung zu einem renommierten Award begleitet. Über einen langen Zeitraum organisierte und bündelte er die Expertise der Juroren, die von ganz unterschiedlichen Perspektiven auf die Bewerbungen schauen. Nun hat er den Jury-Vorsitz an seinen WHU-Kollegen Prof. Dr. Utz Schäffer weitergegeben, der seit Mai 2020 Vorsitzender des ICV-Kuratoriums ist. 


Erstellt von (Name) E.R. am 24.09.2020
Geändert: 24.09.2020 15:45:21
Quelle:  ICV
Bild:  Bildagentur PantherMedia / Dmitriy Shironosov
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