Green-Controlling-Preis für „CO₂-Neutralstellung der Bosch-Gruppe in 2020“

Der Green-Controlling-Preis 2020 der Péter-Horváth-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem ICV Internationaler Controller Verein geht an die Robert Bosch GmbH für das Projekt „CO2-Neutralstellung der Bosch-Gruppe in 2020“. 

Bis Ende 2020 wird Bosch als erstes globales Industrieunternehmen mit seinen mehr als 400 Standorten CO₂-neutral sein. Ein interdisziplinäres Team aus Controllern, Ingenieuren, Energie- und Klimaexperten hat dafür ein ambitioniertes Programm mit verschiedenen Hebeln entwickelt und gestartet. Um die CO₂-Neutralität zu ermöglichen, investiert Bosch neben der regenerativen Energieversorgung vor allem in die Energieeffizienz der eigenen Standorte. Bis 2030 will das Unternehmen die ökologische Qualität der CO₂-Neutralstellung durch die Steigerung dieser beiden Maßnahmen weiter sukzessive verbessern. Als kurzfristige wirksame Hebel kauft Bosch zudem Ökostrom zu und kompensiert unvermeidbaren CO₂-Ausstoß durch ausgewählte Klimaschutzmaßnahmen in vollem Umfang.

Torsten Kallweit, Leiter Umwelt und Nachhaltigkeit der Robert Bosch GmbH, hat für das Projekt „CO₂-Neutralstellung der Bosch-Gruppe in 2020“ den mit 10.000 EUR dotierten Green-Controlling-Preis 2020 am 23. September anlässlich des „Stuttgarter Controlling & Management Forums“ von Péter Horváth und dem ICV-Vorstandsvorsitzenden Heimo Losbichler empfangen. Auf dem Online-Forum präsentierte Kallweit die Lösung den 500 Teilnehmenden. 


„Leuchtturm-Projekt“ und „Musterbeispiel“

Der renommierte Preis wird seit 2011 alljährlich für die „innovativste und effektivste grüne Controlling-Lösung“ verliehen. Controller sind als Business-Partner des Managements gefordert, die Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen aktiv zu unterstützen. Péter Horváth bezeichnet die ausgezeichnete Lösung als „Leuchtturm-Projekt“: „Dass Bosch bis Ende 2020 mit seinen mehr als 400 Standorten klimaneutral sein will, ist keine bloße Ankündigung. Unter aktiver Mitwirkung des Controlling-Bereiches im Sinne von ‚Plan, Do, Check, Act‘ liegt ein detaillierter Implementierungsplan vor, der zielgerichtet umgesetzt wird.“

„Der Fokus von Controllern, Managern und Medien ist heute verständlicherweise auf die Bewältigung der Corona-Krise gerichtet. Dies darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Klimakrise langfristig gesehen, die größere Bedrohung ist“, erklärt Heimo Losbichler. „Controllern kommt dabei in der Zielbalance zwischen Ökonomie und Ökologie eine große Bedeutung zu. Das Projekt der Bosch-Gruppe, CO2-neutral zu werden, ist ein Musterbeispiel, wie beide Zielgrößen verfolgt und gesteuert werden können.“

Damit ist die Robert Bosch GmbH nach 2016 zum zweiten Mal mit dem renommierten Green-Controlling-Preis ausgezeichnet worden. 2007 bis 2018 hat sich die Bosch-Gruppe, bezogen auf Umsatz und Mitarbeiter fast verdoppelt – wobei die absoluten CO₂-Emissionen des Unternehmens nahezu konstant blieben. Der mit dem Wachstum einhergehende Anstieg der CO₂-Emissionen konnte durch die Steigerung der Energieeffizienz ausgeglichen werden. Dazu beigetragen hatte die 2016 ausgezeichnete Green-Controlling-Lösung, „Entwicklung eines Systems für strategisches und operatives Umweltcontrolling“. Damals wurden Energieeinsparmaßnahmen mit Hilfe entsprechender relativer Kennzahlen gesteuert. Von 2007 bis 2018 wurden schon mehr als 30% CO₂ pro Mio. EUR Wertschöpfung eingespart. „Das war ein enormer  Schritt. Aber die Absolut-Emissionen zu reduzieren, konnten wir so noch nicht erreichen“, erklärt Torsten Kallweit.

Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit

Bei der Entwicklung des nun ausgezeichneten Projekts „CO₂-Neutralstellung der Bosch-Gruppe in 2020“ hatte das interdisziplinäre Team Schlüsselfragen zu beantworten: „Wieviel Energie können wir unter wirtschaftlichen Rahmenbedingungen maximal einsparen?“, „Wieviel regenerative Energie können wir selbst erzeugen?“, „Wo und zu welchem Preis ist Grünstrom weltweit verfügbar?“ und „Gibt es einen Business Case für Klimaneutralität?“. Dabei zeigte sich, dass Bosch seine Energieeffizienz um rund 20% steigern kann – und dabei die Wirtschaftlichkeitskriterien des Unternehmens erfüllt. Um diese Effizienzpotenziale zu heben, sind Investitionen von 1 Mrd. EUR bis zum Jahr 2030 notwendig. Hierdurch können im selben Zeitraum rund 1 Mrd. EUR an Energiekosten gespart werden. Dieser Business Case hat die Geschäftsführung überzeugt.

Um die Effizienz und Akzeptanz zu gewährleisten, werden bestehende Prozesse und Berichtslinien für die Umsetzung der vier Hebel genutzt. Jeder Geschäftsbereich erhält ein jährliches absolutes Energieeinsparziel, dessen Erreichung regelmäßig überprüft wird. Zur Steuerung der CO₂-Neutralstellung wurde ein Controlling-Zyklus gemäß „Plan, Do, Check, Act“ eingeführt.

Die Umsetzung der Maßnahmen wird durch ein Monatsreporting in einer zentralen Datenbank auf Standortebene überprüft. Jeder Standort trägt hierzu z.B. die im Monatszeitraum verbrauchten Energiemengen ein und weist durch Messwerte und Abrechnungen nach, dass diese aus regenerativer Eigenversorgung oder dem Bezug von Grünstrom bzw. -gas stammen. CO₂-Emissionen aus Verbrennungsprozessen werden standardisiert berechnet und durch Abruf von Kompensationszertifikaten aus dem globalen Rahmenvertrag ausgeglichen. Die Monatsreports der Standorte werden in einem zweistufigen Validierungsverfahren durch Geschäftsbereichs- und Regionalorganisation überprüft. Die Geschäftsführungen von der Konzern- bis zur Standortebene erhalten monatlich Informationen über den Status der Zielerreichung und leiten bei Bedarf Maßnahmen ein. Da die Ergebnisse der Prüfung ebenfalls in den Lagebericht des Konzerns einfließen, werden Prozess, Daten, Nachweise und Zielerreichung in enger Abstimmung mit den Bereichen Controlling und Finanzen durch einen Wirtschaftsprüfer geprüft.

Rolle der Controller bei Konzeption, Implementierung und Anwendung 

„Ein derart ambitioniertes, komplexes Programm ist nur durch die intensive partnerschaftliche Zusammenarbeit in einem interdisziplinären Team aus Controllern, Ingenieuren, Energie- und Klimaexperten möglich gewesen“, erklärt Torsten Kallweit. „Erst das Zusammenspiel der verschiedenen Expertisen und Erfahrungen sowie die Bereitschaft, voneinander zu lernen, haben die Konzeption, Implementierung und Anwendung möglich gemacht.“ In der Konzeption brachten die Controller ihre Expertise insbesondere bei der Definition der Steuerungsgrößen und des Business Cases für die Neutralstellung ein – von der Bewertung einzelner Projekte bis hin zum Gesamtkonzept. Bei der Implementierung unterstützte das interdisziplinäre Team mit den Controllern. Die Anwendung schließlich profitiert von Controller-Erfahrungen etwa zum Controlling-Zyklus und der Abbildung des „Plan, Do, Check, Act“-Prozesses. 

Bosch konnte den Ausstoß von CO₂-Emissionen (Scope 1 & 2) bereits 2019 von 3,26 Mio. auf 1,94 Mio. Tonnen reduzieren. Auf der Bilanzpressekonferenz im April 2020 hatte das Unternehmen bekanntgegeben, bereits zu 70% CO₂-neutral zu sein und die Erreichung der CO₂-Neutralstellung bis Ende des Jahres in Aussicht gestellt. Weitere Informationen zur CO₂-Neutralstellung unter: https://www.bosch.com/de/unternehmen/nachhaltigkeit/


Erstellt von (Name) E.R. am 24.09.2020
Geändert: 24.09.2020 16:08:28
Quelle:  ICV
Bild:  Bildagentur PantherMedia / Andriy Popov
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